16. Dezember 2025

Einkommensrunde für die Beschäftigten der Länder

Gehaltssteigerungen zwingend erforderlich: Streikkundgebung VDStra. in Leer (Jann-Berghaus-Brücke)

Nach der enttäuschenden Auftaktverhandlung zur Einkommensrunde 25/26 für die Beschäftigten der Länder haben sich Beschäftigte des öffentlichen Dienstes aus Nord-West Niedersachsen am Morgen in Leer für höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt.

„Der Arbeitgeber muss endlich erkennen, dass die Situation für viele Beschäftige – insbesondere in den unteren Einkommensgruppen – nach wie vor erheblich angespannt ist“, forderte Alexander Zimbehl, 1. Landesvorsitzender des dbb deutscher beamtenbund und tarifunion niedersachsen, auf einer Kundgebung auf der Jann-Berghaus-Brücke in Leer vor 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Er fügte hinzu: „Wir ächzen weiterhin unter hohen Lebenshaltungskosten für Mieten, für Lebensmittel, für Dinge des täglichen Gebrauchs. Unsere Kolleginnen und Kollegen müssen mit ihrem Gehalt auskommen können. Wenn die Landesregierungen es nicht schaffen, die Belastungen für uns zu senken, dann kann man dem nur mit Forderungen nach angemessenen Gehaltssteigerungen begegnen! Diese sind zwingend erforderlich und zwar unmittelbar!“

„Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, denkt man: Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit“, sagte Hermann-Josef Siebigteroth, Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten (VDStra.). „Doch in Deutschland gibt es Straßenmeistereien, in denen Beschäftigte sowohl nach TVöD als auch nach TV-L bezahlt werden. Es ist durch nichts zu rechtfertigen, dass die Kolleginnen und Kollegen, die bei einem Bundesland angestellt sind, schlechtere Konditionen hinnehmen müssen. Unsere Forderung nach 7 Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch 300 Euro, ist mehr als gerechtfertigt.“

 

Kernforderungen

  • Erhöhung der Tabellenentgelte um 7 Prozent, mindestens 300 Euro, für 12 Monate
  • Erhöhung der Ausbildungs-/dual Studierenden-/Praktikantenentgelte um 200 Euro 

  • Erhöhung der Zuschläge gemäß § 8 Abs. 1 TV-L um jeweils 20 Prozentpunkte

 

Hintergrund:

Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: Direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger. Es sind noch zwei weitere Verhandlungsrunden für den 15./16. Januar sowie den 11.-13. Februar 2026 vereinbart. Alle Informationen zur Einkommensrunde gibt es hier.