19. Januar 2026

Einkommensrunde TV-L 2025/2026

Keine Fortschritte in der zweiten Verhandlungsrunde

  • Foto: Andrii Yalanskyi
    Mediator to remove the gap of understanding between people. Compromise dispute resolution. Build bridges improve relationships. Mediation of conflicting parties. Stop conflict escalation. Win-win

Auch die zweite Verhandlungsrunde in der Einkommensrunde 2025/2026 mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist ohne substanzielle Fortschritte zu Ende gegangen. Die Arbeitgeberseite legte erneut kein verhandlungsfähiges Angebot vor und blockierte damit ernsthafte Annäherungen.

Der dbb-Verhandlungsführer und Bundesvorsitzende Volker Geyer zeigte sich deutlich verärgert: Wer gehofft habe, dass die TdL mit dem neuen Jahr Bewegung in die Verhandlungen bringen würde, sei bitter enttäuscht worden. Trotz klarer Erwartungen an ein abschlussfähiges Angebot ließ die TdL erkennen, dass sie derzeit weder zu echten Entgeltsteigerungen noch zu konstruktiven Lösungen bereit ist.

Kein Angebot, keine Perspektive

Statt konkreter Zahlen stellte die TdL lediglich Erhöhungen knapp über der Inflationsrate bei einer Laufzeit von 29 Monaten in Aussicht – verbunden mit sogenannten Nullmonaten im Jahr 2025. Ein solches Szenario würde deutlich hinter dem Abschluss im TVöD zurückbleiben und wurde von der dbb-Verhandlungskommission geschlossen als inakzeptabel zurückgewiesen.

Auch in zentralen strukturellen Fragen zeigte sich die TdL unbeweglich:

  • Die geforderte Erhöhung von Zulagen und Zuschlägen wurde weitgehend abgelehnt.
  • Verbesserungen für Nachwuchskräfte, Studierende und Auszubildende blieben aus.
  • Die überfällige Angleichung der Arbeitsbedingungen im Tarifgebiet Ost an West wurde erneut verweigert.
  • Themen wie stufengleiche Höhergruppierung, Novellierung der Entgeltordnung und die vollständige Paralleltabelle für Lehrkräfte sollen vertagt und in Arbeitsgruppen verschoben werden.

dbb-Tarifchef Andreas Hemsing stellte klar, dass die TdL damit wertvolle Zeit verstreichen lasse und die zweite Verhandlungsrunde faktisch ungenutzt geblieben sei. Ob die Arbeitgeberseite überhaupt willens und in der Lage ist, in der dritten Runde abschlussorientiert zu verhandeln, müsse nach diesem Verlauf ernsthaft bezweifelt werden.

Warnstreiks und Demonstrationen angekündigt

Angesichts der Blockadehaltung der TdL ruft der dbb nun zu einer deutlichen Intensivierung der gewerkschaftlichen Aktionen auf. Bundesweit sind weitere Demonstrationen und Warnstreiks geplant. Ziel ist es, den Druck auf die Arbeitgeberseite spürbar zu erhöhen und klarzumachen, dass die Beschäftigten diese Geringschätzung nicht hinnehmen.

Alle Tarifbeschäftigten der Länder sind zur Teilnahme an den Aktionen aufgerufen. Darüber hinaus bittet der dbb auch Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger, sich in ihrer Freizeit solidarisch an den Demonstrationen zu beteiligen.

Wie geht es weiter?

Die nächste und zugleich letzte Verhandlungsrunde ist für den 11. bis 13. Februar 2026 erneut in Potsdam angesetzt. Bis dahin will der dbb gemeinsam mit seinen Fachgewerkschaften den Druck weiter erhöhen, um einen fairen und zukunftsfähigen Abschluss für die Beschäftigten der Länder zu erreichen.

Weitere Informationen zur Einkommensrunde 2025/2026 finden Sie hier.