22. April 2026

Tag der Arbeit 2026

Solidarität, Gerechtigkeit und Mitbestimmung

Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, ist in Deutschland ein gesetzlich verankerter Feiertag und zugleich ein zentrales Symbol für die Geschichte und Gegenwart der Gewerkschaftsbewegung. Seine Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück: 1890 wurde er erstmals als internationaler „Kampftag der Arbeiterbewegung“ begangen, nachdem Gewerkschaften und politische Organisationen weltweit für bessere Arbeitsbedingungen, insbesondere den Achtstundentag, mobilisiert hatten.

Auch in Deutschland beteiligten sich bereits damals rund 100.000 Menschen an Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen, ein deutliches Zeichen für den Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit und Mitbestimmung.

Die Geschichte des 1. Mai ist jedoch auch von politischen Brüchen geprägt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Tag 1933 zwar zum gesetzlichen Feiertag erklärt, gleichzeitig aber missbraucht und mit der gewaltsamen Zerschlagung der freien Gewerkschaften verbunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte der 1. Mai wieder an seine ursprüngliche Bedeutung als Tag der Solidarität und der Arbeitnehmerrechte an und ist heute fest in den Feiertagsgesetzen der Bundesländer verankert. 

Bis heute ist der Tag der Arbeit ein wichtiger Ausdruck demokratischer Teilhabe. Gewerkschaften, darunter auch der dbb niedersachsen, nutzen den 1. Mai, um auf aktuelle gesellschaftliche und arbeitsmarktpolitische Herausforderungen aufmerksam zu machen. Themen wie faire Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine starke öffentliche Daseinsvorsorge stehen dabei im Mittelpunkt – Anliegen, die auch wissenschaftlich und sozialpolitisch als zentrale Faktoren für gesellschaftlichen Zusammenhalt gelten und das gerade in Zeiten, in denen das Bild der Beamtinnen und Beamten im öffentliche Allgemeinbild immer mehr in die Kritik gerät. 

Für den dbb niedersachsen ist der Tag der Arbeit daher mehr als ein historisches Datum: Er ist ein lebendiger Auftrag. In Zeiten von Fachkräftemangel, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel bleibt es entscheidend, die Interessen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst wirksam zu vertreten und ihre Arbeitsbedingungen nachhaltig zu gestalten. 

Der 1. Mai erinnert uns daran, dass soziale Errungenschaften nicht selbstverständlich sind. Sie wurden erkämpft und müssen auch in Zukunft gemeinsam gesichert und weiterentwickelt werden.